Die richtige Praxiseinrichtung – worauf ist zu achten

0
104

Der Gang zum Arzt ist für die meisten Personen nicht gerade angenehm. Schließlich schwingt die Angst mit, dass eine Erkrankung vorliegt und wie die Behandlung abläuft ist ebenfalls ungewiss. Damit Patienten mit einem positiven Gefühl in das Gespräch mit dem Arzt gehen, ist die Gestaltung der Praxiseinrichtung wichtig. Diese soll nicht nur funktional sein und für eine gute Arbeitsatmosphäre sorgen, sondern auch den Patienten die Wartezeit erleichtern und für eine gute Grundstimmung sorgen. So lässt sich der Gang zum Arzt eher verschmerzen und die Zeit angenehmer verbringen.

Längst sind Arztpraxen nicht mehr nur langweilige graue Warteräume wo die Ärzte sich in ihren Zimmern verstecken. Moderne Praxiseinrichtungen überzeugen durch ein offenes Konzept, dass eine wohnliche Atmosphäre schafft. Wie genau kann die Einrichtung nun gestaltet werden, damit der Patient sich wohlfühlt und nicht mit einer negativen Haltung in die Behandlung geht?

Hier folgen nun Tipps für eine moderne Praxiseinrichtung, die sowohl für den Patenten, als auch für die Mitarbeiter eine optimale Umgebung schafft.

Eine positive Atmosphäre schaffen

Untersuchungen und Behandlungen sind in den meisten Fällen nicht besonders angenehm. Wohl niemand geht mit freudiger Erwartungshaltung zum Arzt, sondern erst wenn Schmerzen zu groß werden, wird der Arzt besucht. Viele Patienten verbinden mit der Arztpraxis keine guten Erinnerungen. Schließlich werden hier in den meisten Fällen schlechte Neuigkeiten verbreitet und Behandlungen sind nicht immer angenehm.

Egal ob es sich um eine Zahnarztpraxis handelt oder um einen Allgemeinmediziner, Patienten sollten beim Betreten der Arztpraxis keine zusätzliche Angst verspüren. Die Einrichtung kann helfen, das beklemmende Gefühl des Patienten zu mildern.

Dies ist nicht nur hilfreich für den seelischen Zustand des Patienten. Ein Patient, welcher ruhig und gelassen ist, lässt eine Behandlung eher ohne Probleme über sich ergehen, als ein Patient welcher schon im Wartezimmer gestresst ist.

Das beklemmende Gefühl kann durch eine moderne Einrichtung genommen werden. Grundvoraussetzung ist, dass der Warteraum sauber und ordentlich ist. Dies sollten die Mindesstandards in jeder Arztpraxis sein.

Darüber hinaus können Pflanzen und andere Dekorationsgegenstände für eine lockere Atmosphäre sorgen. Die Einrichtung soll dabei eine warme Grundstimmung vermitteln, als befinde sich der Patient gerade in einem bequemen Wohnzimmer.

Dies erleichtert die spätere Behandlung ungemein. Doch mit welchen Mitteln kann diese positive Wohnzimmeratmosphäre geschaffen werden?

Offene Räume

Kleine und verschlossene Räume verstärken das Gefühl der Beklemmung des Patienten. Diese müssen nicht klaustrophobisch sein, sondern bei jedem Menschen führt ein kleiner Raum zu einem einengenden Gefühl. Diese Enge, welche sich durch die Räume ausdrückt schlägt sich auf die Stimmung des Patienten nieder. Je kleiner und verschlossener die Räume sind, desto angespannter wird der Patient.

Offene Räume schaffen zudem ein Vertrauen zu den Mitarbeitern. Wenn Patienten nicht alleine in einem kleinen Warteraum sitzen müssen, sondern die Arzthelfer in Aktion sehen, dann schafft dies eine positive zwischenmenschliche Bindung. Die Empfangstheke sollte offen einsehbar sein, wenn die Arztpraxis betreten wird. So wird direkt ein Vertrauensverhältnis aufgebaut und die Wahrnehmung ist sehr viel freundlicher.

Nicht immer kann sich das Raumkonzept aufteilen, dass die Raumgröße verändert werden kann. Die Einrichtung an sich kann auf die Wahrnehmung des Raumes schon einen großen Einfluss haben.

Große lichtdurchflutete Fenster schaffen zum Beispiel die Illusion, dass die Räume größer erscheinen. Hierbei sollten die Fenster nicht verdeckt werden, sondern so offen wie möglich gestaltet werden.

In der Arztpraxis ist zudem die Diskretion sehr wichtig. Patienten sollen sich wie in einem privaten Umfeld sicher fühlen und nicht der Öffentlichkeit ausgesetzt werden. Viele Arztpraxen begehen hier allerdings den Fehler, dass schwere Vorhänge oder grobe Raumaufteiler eingesetzt werden. Besser sind hier Konstruktionen mit Milchglas, die die Illusion großer Räume aufrechterhalten, aber gleichzeitig für die notwendige private Umgebung sorgen.

Im Allgemeinen ist der Einsatz von Glas und anderen leichten Materialien zu bevorzugen. Durch schwere und dunkle Einrichtungsgegenstände wirken die Räume kleiner und beklemmender. Helle und eher kleine Möbel lassen die Räumer größer erscheinen und die Patienten fühlen sich besser aufgehoben.

Geschlossene Türen sollten so gut es geht vermieden werden. Natürlich wird dies in einer Arztpraxis nicht immer möglich sein, da hier eine gewisse Diskretion bewahrt werden muss. Wenn möglich, sollten offene Räume entstehen, die miteinander verbunden sind. Als Sichtschutz kann Milchglas oder eine Glastür eingesetzt werden.

Helle Farben

Einen wichtigen Effekt haben auch die Farben in der Arztpraxis. Diese sollen nicht nur den Patienten gefallen, sondern auch dem Arzt-Team. Schließlich hält sich das Team in den Räumlichkeiten für eine längere Zeit auf, als die Patienten.

Als Standard hat sich in den Arztpraxen weiß etabliert. Das weiß signalisiert einen hohen hygienischen Standard und schafft vertrauen. Allerdings sind kahle weiße Wände für die Patienten nicht gerade ansprechend.

Ein modernes Konzept verabschiedet sich von den kompletten weißen Wänden und versucht farbenfrohere Ideen zu integrieren. Das Ziel ist hierbei, dass die Patienten sich wohler fühlen und eine angenehmere Atmosphäre entsteht. Die richtige Farbumgebung kann beruhigend wirken und für eine gelassenere Behandlung sorgen.

Die Wände sollten für eine positive Wirkung nicht einfach nur in einem Weiß erstrahlen, sondern durch passende Deko und Farbakzente ergänzt werden. So können Streifen in hellen Farben ergänzt werden. Helle Holzapplikationen schaffen ebenfalls eine angenehmere Stimmung und bringen etwas Natur in den sterilen Warteraum. Die individuelle Praxiseinrichtung schreinern lassen kann eine gute Möglichkeit darstellen, die entsprechenden Holzeinrichtungen an die Praxisgegebenheiten anzupassen. Industrie Schreinereien wie z.B. die Praxisgestalter können hier individuell auf jeden Wunsch eingehen.

Bilder an den Wänden lockern die Stimmung ebenfalls auf und sorgen für einen freundlicheren Gesamteindruck. Die Möbel können ebenfalls in hellen Farben gestaltet werden.

Insgesamt sollte jedoch nicht der Eindruck entstehen, dass der Gesamteindruck zu bunt ist. Schließlich soll eine gewisse Seriosität gewahrt bleiben. Daher sollten die farbenfrohen Akzente nur sehr zurückhaltend genutzt werden. Mit einer Mischung aus weißen und wenigen schwarzen Möbeln und Farbgebungen wird ein professioneller Eindruck bewahrt und gleichzeitig eine helle Grundstimmung erzeugt.

Ausreichend Unterhaltung für die Patienten

Die Wartezeit kann unter Umständen mehrere Stunden betragen. Für Patienten bedeutet dies, dass Sie mehrere Stunden im Wartezimmer verbringen müssen und auf das Gespräch mit dem Arzt warten müssen. Wenn akute Beschwerden vorhanden sind, dann ist die Wartezeit gleich doppelt so anstrengend.

Langeweile sollten vermieden werden, da diese zu mehr Stress und genervten Patienten führt. Etwas Ablenkung während der Wartezeit kann die Stimmung positiv beeinflussen und die Wartezeit wird nicht als so anstrengend wahrgenommen.

Für eine gute Unterhaltung sorgen Multimedia-Angebote. Dazu kann ein Fernseher ebenso zählen wie ein leises Radio im Hintergrund. Ebenfalls können Steckdosen und entsprechende Anschlüsse dafür sorgen, dass Patienten ihre Smartphones aufladen können. Somit steht auch das Smartphone unbegrenzt zur Verfügung, um die Zeit zu vertreiben.

Der Fernseher sollte nach Möglichkeit geräuschlos im Hintergrund laufen. Dafür eignen sich zum Beispiel Nachrichtensender, da diese die Ereignisse noch mit entsprechenden Textauszügen untermalen. Steht ein weiterer Raum zur Verfügung kann auch überlegt werden dort einen Fernseher unterzubringen, welcher mit Ton läuft.

Musik im Hintergrund kann ebenfalls beruhigend auf die Patienten wirken. Die Musik sollte nur sehr leise als Hintergrundmusik wahrgenommen werden. Wichtig ist hierbei, dass die Musik eher sanft ist und keinen zu schnellen Takt besitzt. Gemächliche Musik wird vor einer Behandlung beruhigend und kann die Situation im Warteraum verbessern.

Als Klassiker im Warteraum zählen natürlich Zeitschriften. Auch im Digitalen Zeitalter sollten Zeitschriften zur Unterhaltung im Warteraum bereitliegen. Die Zeitschriften sollten nicht zu alt sein und ein möglichst breites Interessenspektrum abdecken.


Für Kleinkinder ist die Wartezeit noch viel unangenehmer. Um keine Langeweile aufkommen zu lassen und die Kinder zu bespaßen hilft eine kleine Spielecke. Hier können Bauklötze und Malbücher für Ablenkung sorgen. Damit wird die Wartezeit auch für Kleinkinder angenehmer und es kann vermieden werden, dass diese durch die Wartezeit gestresst werden.

Hygienische Standards einhalten

Eine Praxis kann nicht mit einem herkömmlichen Wirtschaftsunternehmen verglichen werden. Neben der Ästhetik spielen bei der Einrichtung auch hygienische Überlegungen eine wichtige Rolle. So können Einschränkungen in der Wahl der Materialien und der Möbelstücke bestehen.

Ebenfalls ist die Wahrung der Privatsphäre ein wichtiger Einflussfaktor bei der Gestaltung. Es muss also versucht werden eine optimale Kombination aus Wohlfühlfaktor, Hygiene und Privatsphäre zu schaffen. Zusätzlich spielt das Budget natürlich auch eine wichtige Rolle. Für die Unterbringung der medizinischen Gegenstände sollten genügend Schränke und Stauraum zur Verfügung stehen. Dies schafft nicht nur einen schöneren Gesamteindruck, sondern verbessert auch die Arbeitsweise. Medizinische Mittel sollten nicht einfach offen in den Räumlichkeiten liegen, sondern nur vom Fachpersonal zugänglich sein.

Aus hygienischer Sicht sind Ledereinrichtungen zu bevorzugen. Leder ist einfach abwaschbar und nicht zu anfällig für hohe Keimbelastungen, wie Polstermöbel. Zudem ist Leder sehr langlebig und für Patienten eine sehr komfortable Möglichkeit Ihre Wartezeit zu verbringen.

Nicht vergessen werden sollte bei der Planung und Aufteilung der Räume der Sterilisationsraum. Dieser sollte separat untergebracht werden. Nur auf diese Weise können die hohen hygienischen Standards eingehalten werden.

Generell ist darauf zu achten, dass die Einrichtung in regelmäßigen Abständen mit Desinfektionsmittel gereinigt wird. So wird die Keimbelastung vermindert und den hygienischen Anforderungen Rechnung getragen.

 

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here