Gründungsseminare teurer und länger

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Bundesweit bieten Industrie- und Handelskammern (IHK) sowie die Handwerkskammern (HWK) nicht nur immer kürzere, sondern auch immer weniger Gründerseminare an. Diese Entwicklung belegen Studien vom Gründerlexikon aus den Jahren 2012 und 2018/2019.

Um ein Unternehmen zu gründen, ist ein umfangreiches Wissen nötig. Dieses soll in Existenzgründerseminaren den künftigen Unternehmern vermittelt werden. Aber auch die Arbeitsagentur verpflichtet Gründer, die einen Gründerzuschuss erhalten möchten, zur Teilnahme an solchen Seminaren. Meist sind IHK und HWK erste Ansprechpartner für Existenzgründerseminare.

In zwei bundesweiten Studien prüfte das Gründerlexikon die Angebote von IHK und HWK. Im Ergebnis zeigte sich deutlich, dass immer weniger Kammern überhaupt Gründerseminare anbieten und wenn, dann oftmals mit kürzerer Seminardauer und zu höheren Seminarkosten.

Kritisch sah das Gründerlexikon bereits 2012 vor allem die kurze Dauer. In einem Tag oder weniger dürfte es schwierig sein, alle wichtigen und fundamentalen Informationen zum Gründerstart zu vermitteln. Dieser Einschätzung stimmte damals bereits in ähnlicher Weise auch Die Stiftung Warentest zu.

Das Gründerlexikon wiederholte 2018/2019 die Studie und prüfte die Angebotsentwicklung in 80 IHK-Stellen und 53 Handwerkskammern erneut. Fast 70 % der IHKs führen weiterhin nur Stunden- bzw. Tagesseminare. Seminarangebote mit mehr als dreitägiger Dauer sanken sogar in der Quote von 12,75 % auf lediglich 5 %. Ähnliches Ergebnis bei den HWKs. Gesamt wurden im Vergleich 2012/2019 überhaupt weniger Gründerseminare angeboten.

Der Kostenfaktor reicht von kostenlosen Stunden-Gründerseminaren bis hin zu mehrtägigen Seminaren, für die bis zu 390 Euro berechnet werden.
Die Studien zeigen noch einen weiteren wichtigen Unterschied: während bei den IHKs meist eine fristlose Teilnahmebescheinigung ausgestellt wird, ist dies bei den HWKs seltener der Fall. Bescheinigungen beider Kammern werden aber problemlos von Arbeitsagenturen für die Beantragung von Fördergeldern oder von Banken akzeptiert.

„Die Studienergebnisse überraschen besonders mit der Dauer, angesichts der Komplexität des Themas und der Fülle an zu vermittelndem Wissen. Hier befürchte ich künftig eine schlechtere Vorbereitung der Gründer. „, meint Torsten Montag, Inhaber des Gründerlexikons. Seiner Meinung nach ist ein zertifizierter „Führerschein für Veranstalter von Existenzgründerseminaren“, der die Vermittlung von notwendigen Mindestinhalten in den Seminaren sicherstellt, sinnvoll.
„ Ich empfehle gezielt Existenzgründerseminare zu suchen, die wirklich eigene Wissenslücken schließen können. Kosten und Dauer der Seminare können zwar ein Indiz für Qualität sein, sind aber bei weitem nicht ausreichend“, erklärt Montag weiter. Aus diesem Grund hat das Gründerlexikon einen Artikel verfasst, der die häufigsten Fragen zu Existenzgründerseminaren beantwortet und zeigt, wie qualitative Angebote analysiert werden können.

Weitere Informationen zur Studie: GründerNews (https://www.gruenderlexikon.de/news/studien/studie-zum-kostenvergleich-der-ihk-existenzgruenderseminare-84233607)

Das Gründerlexikon berichtet und informiert seit 2004 über die Welt der Existenzgründer und Selbstständigen in Deutschland. Seit 2015 bietet das Gründerlexikon außerdem eine Checkliste mit mehr als 500 chronologisch und systematisch sortierten Schritten zur Existenzgründung und Selbstständigkeit.

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