Messe München 2026/2027: Wann sich der Standort für Aussteller wirklich lohnt
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Messe München 2026/2027: Wann sich der Standort für Aussteller wirklich lohnt

Ein Gastbeitrag von Selin Alica

Mit 14 Weltleitmessen, einem hohen internationalen Anteil und einer Infrastruktur für große technische Exponate nimmt München unter den deutschen Messestandorten eine besondere Position ein. Veranstaltungen wie bauma, BAU, IFAT, electronica und transport logistic bündeln Industrie, Forschung, Verbände, Fachmedien und internationale Entscheider in einem dichten Branchenumfeld.

Für Aussteller ist deshalb weniger die Größe des Geländes allein entscheidend als die Frage, ob genau diese Standortmerkmale zur eigenen Branche, Zielregion und Präsentationsform passen. Der folgende Überblick ordnet die wichtigsten Chancen und Grenzen des Messestandorts München ein.

Ein Rekordjahr zeigt die Größenordnung – nicht den Normalfall

2025 kamen 34.600 Aussteller und mehr als 2,5 Millionen Besucher zu Veranstaltungen am Standort München. Konzernweit erzielte die Messegesellschaft 594 Millionen Euro Umsatz, ein EBITDA von 175 Millionen Euro und ein Jahresergebnis von 99 Millionen Euro. Es war das bislang erfolgreichste Geschäftsjahr der Messe München.¹

Das Ergebnis wurde durch eine außergewöhnlich dichte Veranstaltungsfolge geprägt: Zehn der 14 Weltleitmessen fanden in diesem Jahr statt. Da Großveranstaltungen wie bauma, BAU, drinktec und transport logistic unterschiedlichen Turnussen folgen, ist 2025 nicht als typisches Messejahr einzuordnen.¹

Für potenzielle Aussteller beschreibt das Rekordjahr daher vor allem die mögliche Reichweite des Standorts. Ausschlaggebend bleibt die konkrete Veranstaltung mit ihrer jeweiligen Besucher- und Branchenstruktur.

Warum München für internationale Aussteller interessant ist

Bei den Eigenveranstaltungen 2025 kamen 60,2 Prozent der Aussteller und 40,7 Prozent der Besucher aus dem Ausland.¹

Diese Zusammensetzung ist vor allem für exportorientierte Unternehmen relevant. Auf einer Münchner Weltleitmesse lassen sich bestehende Kunden, mögliche Vertriebspartner und Interessenten aus mehreren Ländern innerhalb weniger Tage erreichen.

Besonders gut passt der Standort zu Unternehmen, die:

• erklärungsbedürftige Investitionsgüter oder technische Lösungen anbieten,

• internationale Händler, Zulieferer oder Vertriebspartner suchen,

• mehrere Zielmärkte gleichzeitig bearbeiten,

• Industrie, Forschung und professionelle Anwender zusammenbringen möchten.

Der hohe Auslandsanteil ist jedoch nur dann ein Vorteil, wenn die vertretenen Länder, Branchen und Entscheidungsfunktionen zum eigenen Markt passen. Für ausschließlich regional ausgerichtete Anbieter kann eine international geprägte Großmesse dagegen mehr Reichweite bieten, als tatsächlich benötigt wird.

Technische Voraussetzungen für große und komplexe Exponate

Das Trade Fair Center in München-Riem umfasst 18 Hallen mit rund 200.000 Quadratmetern Hallenfläche und etwa 414.000 Quadratmetern Freigelände. Die Hallen sind ebenerdig, säulenfrei, vollständig befahrbar und zwischen elf und 16 Meter hoch. Jede Halle verfügt über eigene Anlieferzonen.²

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Damit bietet der Standort besonders gute Voraussetzungen für Maschinen, Fahrzeuge, Produktionsanlagen und großformatige Exponate. Auf geeigneten Außenflächen können technische Verfahren oder Geräte zudem unter praxisnahen Bedingungen demonstriert werden.

Fünf Eingänge und rund 100 hallennahe Konferenz- und Besprechungsräume erleichtern die Verteilung großer Besucherströme und ermöglichen zusätzliche Kunden-, Presse- oder Projekttreffen.²

Die Dimensionen des Geländes bringen zugleich lange Wege und einen hohen Wettbewerb um Aufmerksamkeit mit sich. Hallenbelegung, Eingangsnähe und die räumliche Zuordnung zur jeweiligen Branche oder auch ein passender Kundenstopper gewinnen deshalb in München besonders an Bedeutung.

Weltleitmessen schaffen eine hohe Branchendichte

Die Messe München führt 14 Weltleitmessen in ihrem Portfolio. Sie decken unter anderem Bau und Baumaschinen, Umwelttechnologie, Elektronik, Automation, Photonik, Quantentechnologie, Labortechnik, Logistik, Getränketechnologie und Sport-Business ab.³

Diese Konzentration führt auf den jeweiligen Veranstaltungen zu einer hohen Dichte an Fachbesuchern, Wettbewerbern, Zulieferern, Verbänden, Forschungseinrichtungen und Branchenmedien. Produkte werden dadurch nicht isoliert, sondern unmittelbar im relevanten Marktumfeld wahrgenommen und verglichen.

Der Standort ist daher besonders attraktiv, wenn ein Unternehmen von dieser Branchendichte profitiert. Die Bekanntheit einer Messe allein genügt dagegen nicht: Entscheidend ist, ob das konkrete Format die benötigten Anwender, Einkäufer und Entscheidungsträger tatsächlich zusammenführt.

Wirtschaftliche Bedeutung des Messestandorts

Eine 2026 veröffentlichte Untersuchung der Prognos AG beziffert den bundesweiten Wirtschaftseffekt eines durchschnittlichen Münchner Messejahres auf 4,45 Milliarden Euro. Rund 34.400 Arbeitsplätze werden dem Messe- und Kongressbetrieb zugerechnet.⁴

Nach der Modellrechnung entfallen rund 17.600 Arbeitsplätze auf München und etwa 24.800 auf Bayern einschließlich der Landeshauptstadt. Besonders profitieren messenahe Dienstleistungen, Hotellerie, Gastronomie, Standbau, Logistik, Veranstaltungstechnik und Mobilität.⁴

Für die Landeshauptstadt nennt Prognos etwa 7.700 Arbeitsplätze in messenahen Dienstleistungen und rund 5.000 im Gastgewerbe. Das Messe- und Kongressgeschäft wird zudem mit ungefähr 1,7 Millionen von insgesamt 19,7 Millionen Münchner Übernachtungen im Jahr 2025 in Verbindung gebracht.⁴

Für die Untersuchung wurden 2024 und 2025 bei sieben Veranstaltungen rund 2.600 Aussteller und 6.200 Besucher befragt. Die Ergebnisse ordnen die gesamtwirtschaftliche Bedeutung des Standorts ein, erlauben aber keine Prognose für den Erfolg eines einzelnen Ausstellers.⁴

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Investitionen bis 2030: Infrastruktur, Digitalisierung und KI

Bis 2030 plant die Messe München Investitionen von rund 80 Millionen Euro in die Weiterentwicklung des Standorts. Vorgesehen sind unter anderem die technische Ertüchtigung des Freigeländes Nord, zusätzliche Photovoltaikanlagen auf dem Parkhaus West, Digital-Signage-Flächen und weitere technische Modernisierungen.¹

Parallel verfolgt die Messegesellschaft eine KI-Strategie mit Anwendungen für Individualisierung, Matchmaking, Datenanalyse und Leadgenerierung.¹ Solche Angebote können die Orientierung und Kontaktanbahnung unterstützen; eine nachweisbare Verbesserung der Kontaktqualität hängt jedoch von der konkreten Ausgestaltung und Nutzung ab.

Neue Themenfelder und internationale Expansion

Vom 13. bis 15. April 2027 findet die DMEA erstmals in München statt. Europas führendes Event für die Digitalisierung im Gesundheitswesen erwartet jährlich mehr als 20.000 Besucher und über 800 Aussteller.⁵

Damit erweitert München sein Portfolio um ein stark wachsendes Themenfeld an der Schnittstelle von Medizin, Software, Forschung und Gesundheitswirtschaft.

Mit dem Erwerb des US-amerikanischen Messedienstleisters Tradeshow Logic gründete die Messe München Anfang 2026 zudem eine Tochtergesellschaft für den nordamerikanischen Markt.¹ Für Aussteller können internationale Ableger etablierter Messemarken zusätzliche Zugänge zu Auslandsmärkten eröffnen.

Nachhaltigkeit und Energieversorgung am Standort

Die Messe München erarbeitet derzeit auf Grundlage der gesetzlichen Berichtsstandards zur Corporate Sustainability Reporting Directive eine Datengrundlage und führt eine Wesentlichkeitsanalyse durch. Darauf aufbauend sollen neue strategische Nachhaltigkeitsziele festgelegt und bestehende Maßnahmen weiterentwickelt werden.⁶

Auf dem Riemer Gelände unterstützt seit 1998 eine Photovoltaikanlage die Stromversorgung. Nicht selbst erzeugter Strom wird seit Anfang 2020 vollständig als Ökostrom zugekauft. Die Umrüstung der Hallenbeleuchtung auf LED-Technik soll 2026 abgeschlossen werden; außerdem sind derzeit 153 Ladepunkte für Elektrofahrzeuge in Betrieb.⁶

Diese Angaben beschreiben die Infrastruktur des Standorts. Die Umweltwirkung eines konkreten Messeauftritts hängt zusätzlich von Anreise, Transporten, Standkonzept und Materialeinsatz des jeweiligen Ausstellers ab.

Fazit: Für welche Aussteller München besonders relevant ist

München ist vor allem für international ausgerichtete Unternehmen, technische Branchen und Anbieter großer oder erklärungsbedürftiger Produkte attraktiv. Weltleitmessen, hohe Auslandsanteile, befahrbare Hallen und umfangreiche Freiflächen bilden dafür konkrete Standortvorteile.⁷

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Weniger eindeutig ist der Nutzen für Unternehmen, deren Zielmarkt überwiegend regional ist oder deren Branche im Münchner Veranstaltungsportfolio nur eine geringe Rolle spielt. In diesen Fällen kann ein kleinerer oder stärker spezialisierter Standort wirtschaftlich passender sein.

Das Rekordjahr 2025 und die Prognos-Studie zeigen die Reichweite und wirtschaftliche Bedeutung des Standorts. Ob eine Beteiligung sinnvoll ist, entscheidet sich dennoch an der Übereinstimmung zwischen konkreter Veranstaltung, Zielmarkt, Exponaten und den infrastrukturellen Stärken Münchens.

Über die Autorin

Selin Alica ist seit 2024 Teil des Teams von displayhersteller. Als Mediengestalterin mit Schwerpunkt Content Management sorgt sie dafür, dass Informationen rund um Produkte und Fachthemen strukturiert, ansprechend und verständlich aufbereitet werden. Aufgewachsen in einem familiengeführten Messebauunternehmen, ist sie seit früher Kindheit mit der Messebranche vertraut.

Über displayhersteller

displayhersteller ist eine Marke der Maxxi Print Großbildlösungen GmbH und Ihr Partner rund um mobile Messestand-Lösungen. Als Spezialist für modulare Displaysysteme für Messen, Events und den Point of Sale umfasst das Portfolio unter anderem beleuchtete LED-Messestände, LED-Messewände sowie mobile und modulare Präsentationslösungen. Mit eigenem Druckhaus seit 1998, eigener Produktion und fundierter Expertise unterstützt displayhersteller Unternehmen bei der professionellen Umsetzung ihrer Messe- und Markenauftritte.

Quellen

1. Messe München GmbH: „Messe München erzielt Rekordergebnis im Mega-Messejahr“, Pressemitteilung vom 24. Juni 2026.
https://messe-muenchen.de/de/presse/pressemitteilungen/rekordergebnis-im-mega-messejahr-2025.html

2. Locations der Messe München: „Trade Fair Center Messe München“, Standort- und Flächendaten, abgerufen am 31. Juli 2026.
https://locations.messe-muenchen.de/de/messe-muenchen/

3. Messe München GmbH: „Leitmessen der Messe München – Unser Messeportfolio“, abgerufen am 31. Juli 2026.
https://messe-muenchen.de/de/unternehmen/messeportfolio/

4. Messe München GmbH/Prognos AG: „Messe München erzeugt bundesweiten Wirtschaftseffekt von 4,45 Mrd. Euro und sichert 34.400 Jobs“, Pressemitteilung vom 19. Mai 2026.
https://messe-muenchen.de/de/presse/pressemitteilungen/messe-muenchen-erzeugt-bundesweiten-wirtschaftseffekt.html

5. Messe München GmbH und Bundesverband Gesundheits-IT: „DMEA findet ab April 2027 in München statt“, Pressemitteilung vom 5. Februar 2026.
https://messe-muenchen.de/de/presse/pressemitteilungen/dmea-findet-ab-april-2027-in-muenchen-statt.html

6. Messe München GmbH: „Nachhaltigkeit bei der Messe München“, aktuelle Nachhaltigkeitsstrategie und Angaben zur Energieversorgung, abgerufen am 31. Juli 2026.
https://messe-muenchen.de/de/unternehmen/nachhaltigkeit/

7. displayhersteller: „Messe München 2026/2027: Geschichte, Zahlen, Weltleitmessen und Chancen für Aussteller“, ausführliche Standortübersicht, abgerufen am 31. Juli 2026.
https://www.displayhersteller.de/ratgeber/messestaedte/messestandort-muenchen